Venedig

Seit Montag bin ich mit meiner Tochter in Murano, einer Inselgruppe, die zu Venedig gehört. Hier wird das berühmte, bunte Glas gemacht.

Es regnet, ist kalt, meine Sommerkleider liegen unangetastet im Schrank. Draußen Kaffee zu trinken, kommt niemandem in den Sinn, die Lust auf ein Gelato hält sich in engen Grenzen.

Alles kein Problem, denn ich bin zum Recherchieren und Schreiben hierhergekommen.

(Spoiler: Elio—Superheld, Band 2, wird etwas mit Venedig zu tun haben. Aber mehr verrate ich noch nicht.)

Eine vergammelte Glaswerkstatt hinter einem schicken Touristenladen. Ein möglicher Tatort?

Männer, die eine seltsame Ladung aus einem Boot räumen. Verdächtig. Diebesgut?

Die Ideen fallen mir zu. Szenen entfalten sich in meinem Kopf.

Die kleinen Details an einem fremden Ort fallen mir auf: Die Einheimischen karren alle irgendetwas rum, einen Einkaufswagen, einen Rollwagen oder einen Rollator. Die schleppen so wenig wie möglich. Autos haben sie hier schließlich nicht.

Ich mache Notizen, spaziere, kehre zurück in unsere Wohnung. Ich hole meinen Laptop heraus und schreibe.

Ach, und jetzt kommt ja die Sonne hervor.

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